Der Überbegriff Urbaner Gartenbau bzw. Urban Gardening steht für das Nutzen der städtischen Gegebenheiten auf vielfältige Weise. Um die Wichtigkeit des städtischen Gärtnerns zu verstehen ist die Erläuterung des Hintergrunds essentiell. Die besten Böden der Erde befinden sich bedingt durch die Siedlungsgeschichte in und um die heutigen Ballungszentren. Die Problematik ist die Versiegelung mit Asphalt und Beton von wertvollen Böden und zusätzlich die landwirtschaftlichen Monokulturen, wodurch das natürliche wilde Leben verdrängt wird - die heimischen Arten an Pflanzen und Tieren sind bedroht, weil ihnen die Lebensgrundlage entzogen wird. Dem kann das urbane Gärtnern entgegenwirken.

Formen sind z.B.:

  • Guerilla Gardening
  • Gemeinschaftsgärtnen
  • Interkulturelle Gärten
  • Vertikale Landwirtschaft
  • Dachgärten
  • Permakultur
  • usw.

Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Regionale und umweltfreundliche Lebensmittelerzeugung - kurze Transportwege, keine unnötigen Verpackungen
  • Förderung der Gemeinschaft - durch gemeinsames Schaffen und als Orte der Begegnung und des Austauschs
  • Verbesserung des Stadtklimas - durch Luftverbesserung (Feinstaubfang), durch die Kühlwirkung im Sommer von Schatten und Verdunstung der Pflanzen und mehr Grünflächen garantieren ein größeres Versickerungsvermögen
  • Förderung der Unabhängigkeit vom Markt - Subsistenz ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswertere nachhaltige Zukunft, da der Markt, so wie er eingebettet ist - in ein kapitalistisches System, unsere Lebensgrundlagen vernichtet.
  • Sinnstiftende gesellschaftliche Aufgaben - in anderen Ländern z.B. USA wurde ersichtlich, dass Menschen die drogenabhängig sind weniger rückfällig werden, wenn sie Arbeit in Gemeinschaftsgärten finden, da dies ihnen eine sinnvolle Aufgabe gibt.
  • Hilft gegen Armut & Kriminalität - aus der jahrzentelangen Urban-Gardening-Erfahrung geht hervor, dass Menschen, die monetäre Armut erleiden durch eigenen Gemüseanbau Geld sparen können und dies dann in andere für sie wichtige Bereiche geben können. Die Kriminalität sinkt, weil sinnstiftende Aufgaben Alternativen bieten und sie auch gezwungene Kriminalität, durch monetäre Armut, mildern.
  • Erhöhung der Biodiversität - durch die vielfältigen Anbaumethoden und -zwecke ist die Artenvielfalt an Pflanzen viel höher und bietet mehr Lebensraum und Nahrung für andere Lebewesen.
  • Beitrag zur Gesundheit - der Mensch ist ein Naturwesen und braucht Natur um sich, um Gesund zu bleiben. Der Begriff Ökopsychosomatik beschreibt dieses Phänomen. Psychisch und Physisch wirkt sich die Natur positiv auf den Körper aus, sodass der Mensch schneller gesundet bzw. weniger krank wird. Es gibt bereits zahlreiche spannende Daten dazu, die dies fundiert belegen.
  • usw.

Wichtig ist eine dezentrale Vielzahl von Ansätzen, doch müssen diese Initativen auch zusammenfließen, um sich auch als starke Bewegung zu verstehen und zu positionieren, die auf die Stadt Einfluss nehmen kann.

Von unserer Seite existiert bereits ein Interkultureller Garten an der Ballonfabrik und es gab um 2010/11 eine Guerilla Gardening Gruppe, die wegen niederschlagender Erfolge - wegen rausreißens und niedermähen der Pflanzen - lieber sich im Interkulturellen Garten ab 2012 an der Ballonfabrik beteiligte. Es gibt in der Stadt noch zahlreiche andere Initiativen.

Lasst uns die Bewegung gemeinsam zusammenfassen und fördern!